AWAKENING DESTRUCTION - VOL. 2

2025

AWAKENING | DESTRUCTION
bergernissen (Alisa Berger & Lena Ditte Nissen)
Galerie Biesenbach


Erstmals zeigt das Duo bergernissen kontaminierte Objekte aus der gleichnamigen Performance von 2019 in einer raumgreifenden Installation. RĂ€umlich aufgebrochen in zwei ZustĂ€nde thematisieren die KĂŒnstlerinnen dabei ein vergangenes Ereignis: die Explosion einer kontaminierenden Lichtröhre in ihrem Atelier.

Im Zentrum des Raumes steht eine Skulptur aus alltĂ€glichen, aber kontaminierten GegenstĂ€nden, die mit Gipsbinden versiegelt, verdichtet und zum Objekt geworden sind. Dieses in einem Happening geformte Objekt bezeugt den Versuch, die Kontamination einzuschließen und durch kĂŒnstlerische Arbeit zu heilen. Eine Neonröhre ragt aus dem Objekt, statt an der Decke zu hĂ€ngen. Sie markiert den dĂŒnnen Übergang zwischen funktionierender Zivilisation und Zerstörung; der Beginn einer Auflösung.

Ortsspezifisch wird auch die Architektur der Galerie Biesenbach selbst zum Thema: eine Nische mutiert zu einem Eingang zu einem vermauerten, verschlossenen Raum. Ein angedeutetes Labor, in dem eine Pflanze wÀchst, aus dem Nebel aufsteigt. Aus ihr ragt ein Vakuumsack mit kontaminierten GegenstÀnden. Ein zweiter Objekt-Zustand, eingefroren in einem unabgeschlossenen Prozess.

Durch installative Relikte und rÀumliche Eingriffe entsteht ein Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Neubeginn, zwischen Versiegeltem und Offenem. Der Zuschauer bewegt sich zwischen diesen Polen und ist eingeladen, Zeuge einer Heilung zu werden, die vielleicht nie stattfindet, oder einer Katastrophe, die nie endet.

Begleitet wird die Anordnung von einem Video, das das performative Ereignis von 2019 dokumentiert: die Formung der kontaminierten GegenstĂ€nde zur Skulptur als Happening begleitet von rituellen Handlungen. Doch das Video ist aus dem linearen Narrativ der Performance herausgelöst. Es entsteht ein GefĂŒhl stĂ€ndiger Wiederholung – Zerstörung, Wiederaufbau, Ritual, Kontamination. Ein Loop, der uns in der Metapher des Übergangs gefangen hĂ€lt.