AWAKENING | DESTRUCTION
2019
Am 20.07.2017 fielen innerhalb von 24 Stunden in Köln 110 Liter Regen pro Quadratmeter. Das Lager des Künstlerduos bergernissen in der Gladbacher Straße in Köln wurde ganzheitlich überschwemmt. Viele Werke wurden dadurch zerstört.
Am 14.07.2018, genau ein Jahr später, explodierte im neuen Atelier von bergernissen im Atelierhaus des Bonner Kunstvereins während des WM Finales ein, von der Sommersonne überhitzter, Kondensator. Aus diesem trat hochgiftiges, flüssiges PCB aus und verteilte sich im Raum. Alle sich zu diesem Zeitpunkt im Atelier befindenden Künstlerinnen und fünf Feuerwehrmänner mussten in einem Bonner Krankenhaus sechs Stunden lang dekontaminiert werden. Das Atelier durfte daraufhin für drei Monate nicht betreten werden. Ein Großteil des Inventars, inklusive vieler Kunstwerke, Filmrollen und Installationsmaterial, musste entsorgt, dekontaminiert oder zerstört werden.
Die Ausstellung und die Performances in der Gemeinde fungieren in gewisser Weise als allegorische Heilung. Die verbotenen, von PCB kontaminierten und durch die Überschwemmung zerstörten, Objekte aus Atelier und Lager wurden dabei zum ersten und zum letzten Mal präsentiert. Besucher konnten die Performance während des Eröffnungsabends vom Aussenraum beobachten oder auch in kleinen Gruppen den Innenraum mithilfe schützender Masken und Schutzkleidung betreten, um den Prozess aus nächster Nähe beobachten.
Die im Rahmen der Performance entstandene Plastik, sowie mittel- und kleinformatige Fotografien und Zeichnungen, die unter Schutzatmosphäre verpackt wurden, waren auch nach der Performance in der verbleibenden Zeit der Ausstellung zu sehen. Die Performance und Ausstellung wurde von einem Soundpiece begleitet, welches die Korrespondenzen, sowie Prüfberichte der Wischproben und Luftmessungen der Kontamination auditiv veranschaulichte.
„Alarmiertheit passt zum heutigen Lifestyle. Das geht einher mit den Themen Gefahr, Verbot und Katastrophe, die immer wieder auftauchen. Wir leben in einer Welt von simulierter Freiheit, die dazu führt, dass die Sehnsucht nach Sensation unser ständiger Begleiter ist. Außerdem ist da diese unklar getriggerte Unsicherheit, die auch allgegenwärtig ist. Der Alarm, sein Sound, seine visuellen Eigenschaften, ist in diesem Fall ein Katalysator für beides, für Angst und auch die Überwindung der Angst: Exzess, Überschreitung, Übertretung von Regeln.“
From Interview with Maria Wildeis in PERISPHERE
OPENING PERFORMANCE
„Alarmiertheit passt zum heutigen Lifestyle. Das geht einher mit den Themen Gefahr, Verbot und Katastrophe, die immer wieder auftauchen. Wir leben in einer Welt von simulierter Freiheit, die dazu führt, dass die Sehnsucht nach Sensation unser ständiger Begleiter ist. Außerdem ist da diese unklar getriggerte Unsicherheit, die auch allgegenwärtig ist. Der Alarm, sein Sound, seine visuellen Eigenschaften, ist in diesem Fall ein Katalysator für beides, für Angst und auch die Überwindung der Angst: Exzess, Überschreitung, Übertretung von Regeln.“
From Interview with Maria Wildeis in PERISPHERE
EXHIBITION VIEWS
Finissage performance
Accompanied by two remote-controlled drones, an experimental, performative male voice choir (Simon Rummel, Manfred Rücker, Leonhard Huhn, Fabian Jung), 100 candles and two security officers (Milica Lopici and Thorsten Krämer), the artists built the exhibition down completely, in front of the audience. On the 22.02.2019, the exhibition closed with a performance in which the exposition was taken down, live.
Initially, the audience was led out of the exhibition space by two performers, the security officers. Two drones then inspected the room. Then, the artists came in protective suits and masks and dismantled the exhibition, while the audience watched from outside and the choir musically accompanied the happening. After all contaminated works of art, except the sculptural object in the middle, were removed, the floor was cleaned. The choir then led the audience back into the exhibition space.
One of the drones flew into the room with the "soul" of the last contaminated object. The "Soul," an object of pyro mat attached to the drone, exploded above the contaminated sculpture. After the burning of the "soul", the security officers distributed candles to the visitors, who could be lit and placed on the object. The choir accompanied the ritual until the last candle went out.






































